Weser8geocaching’s Blog

Geocaching – nicht nur im Weserbergland

Wenn man wüsste wo man verstecken darf

Posted by wese8geocaching - 28. Februar 2009

Beim Auslegen eines neuen Caches gilt es ja Einiges zu beachten. Unter Anderem auch das Gebiet und eventuelle Einschränkungen, damit das Angehen des Geocaches für die Suchenden nicht von einem Schild mit Betretungsverbot vorab abgebrochen werden muss. Die Suche nach dem richtigen Ort kann schon einmal die Züge eines Rätsels mit vielen Fragen und wenigen auf Anhieb erkennbaren Antworten annehmen.

Es gibt diverse Kategorien von Gebieten, auf die ich nun – laienhaft – eingehen werde. Genauere Bestimmungen gibt es für jedes einzelne besondere Gebiet von der jeweiligen Landesbehörde und bei vielen Gebieten auch an der Grenze zum restlichen Land auf Infotafeln. Einen interessanten Überblick verschafft unter Anderem das Bundesministerium für Naturschutz  mit einer Klassifikation verschiedener Schutzsysteme, sowie generell in verständliche Themen unterteilt auf  und zum Schutz von Biotopen.

Der Ausgangspunkt ist für mich ein derzeit in Planung befindlicher Multi, dafür habe ich vorab mal einen Blick auf die entsprechenden Karten im Angebot von Geocaching.de geworfen und gesehen, dass zumindest kein Naturschutzgebiet im Wege liegt.

Ein Landschaftsschutzgebiet liegt dort zwar, allerdings hat ein solches Gebiet ja eher den Sinn die Kulturlandschaft in ihrer jetzigen Form zu schützen. Dadurch behindert es beim Caches auslegen eher weniger. Daneben gibt es noch die Biotope, kleinere schützenswerte Ökosysteme, die bewahrt werden sollten. Auch hier empfiehlt es sich, die Caches nicht unbedingt in ein solches Biotop zu platzieren. Glücklicherweise brauche ich für meinen Cache kein geschütztes Biotop zu berühren. Von offizieller Seite her ist mit dem Bundesnaturschutzgesetz eine Einteilung in Gebiete mit verschiedenen Schutzniveaus und unterschiedlich starken Einschränkungen. An oberster Stelle stehen die eben erwähnten Naturschutzgebiete, für die es je nach Gebiet die stärksten Einschränkungen im Umgang und Betreten zugunsten der Natur gibt. Ein Beispiel ist das bei Emmerthal in Niedersachsen befindliche Naturschutzgebiet. An den betroffenen Orten für den Cache ist jedoch kein Naturschutzgebiet. Gleich danach rangieren die flächenmäßig größeren eher menschlich unbeeinflussten Nationalparke, wie zum Beispiel das Niedersächsische Wattenmeer im Bereich hin zur Nordsee. Glücklicherweise haben wir ein solches Gebiet nicht vor der Haustür, so dass auch hier keine Einschränkungen drohten. Die Biosphärenreservate decken im weitesten Sinne den Schutz von Kulturlandschaften ab. Solche Landschaften wurden wie zum Beispiel die Lüneburger Heide erst durch menschliche Beeinflussung wie Abholzung von Wäldern oder Abbau von Torf zu dem, was sie von der Erscheinung her ausmacht. Landschaftsschutzgebiete sind im Weitesten Sinne häufig Naherholungsgebiete wie zum Beispiel der Hamelner Stadtforsten. Hier soll die Natur sich auch wieder erholen, nicht nur der Mensch. Auch von eventuellen Einschränkungen dieser Art bin ich nicht betroffen. Neben einer Landschaft als solche werden auf einer anderen Ebene auch gezielt zum Beispiel gefiederte Bewohner der uns umgebenden Umwelt in Vogelschutzgebieten besonders umhegt. Gerade in der Nist- und Brutzeit kann es schon einmal zu Betretungsverboten kommen. Auch damit gibt es aber keinerlei Probleme für den geplanten Cache. Die Pflanzenwelt (Flora) und auch die restliche Tierwelt (Fauna) werden zuweilen in ihren Wohngebieten (Habitate) mit den so genannten Flora-Fauna-Habitaten (kurz FFH) unter Obhut genommen. Je nachdem ob die Tiere und Pflanzen nur an einem besonderen Ort oder in einem weiter gefassten Gebiet eine kleine Unterstützung von Seiten der Naturschützer bedürfen, gibt es punktförmige FFHs und flächige FFHs. Glücklicherweise ist auch in dieser Kategorie kein Hindernis für den geplanten Cache in Sicht.

Ganz kurz gefasst lässt sich folgende Checkliste für geplante Caches nutzen:

  • 1. Liegt der Cache nach den vor Ort gültigen Regeln in einem Naturschutzgebiet mit Betretungsvebot?
    • Ja: Den Cache solltet ihr besser nicht dort platzieren.
    • Nein: Cache kann dort eventuell versteckt werden, sofern keine anderen Regeln verletzt werden.
  • 2. Liegt der Cache in einem Flora-Fauna-Habitat?
    • Ja: Den Cache solltet ihr eher nicht dort platzieren.
    • Nein: Der Cache kann dort eventuell versteckt werden, sofern keine anderen Regeln verletzt werden.
  • 3. Ist der Cache während der Nist- oder Brutzeiten nicht zu erreichen und liegt im Vogelschutzgebiet?
    • Ja: Den Cache solltet ihr besser nicht dort platzieren.
    • Nein: Der Cache kann dort eventuell versteckt werden, sofern keine anderen Regeln verletzt werden.
  • 4. Liegt der Cache in einem Landschaftsschutzgebiet?
    • Ja: Den Cache solltet ihr besser nicht dort platzieren.
    • Nein: Der Cache kann dort eventuell versteckt werden, sofern keine anderen Regeln verletzt werden.
  • 5. Liegt der Cache in einem Nationalpark?
    • Ja: Den Cache solltet ihr nur nach Absprache mit den zuständigen Behörden dort platzieren.
    • Nein: Der Cache kann dort eventuell versteckt werden, sofern keine anderen Regeln verletzt werden.
  • 6. Liegt der Cache in einem Biotop?
    • Ja: Den Cache solltet ihr besser nicht dort platzieren.
    • Nein: Der Cache kann dort eventuell versteckt werden, sofern keine anderen Regeln verletzt werden.

Ganz interessant ist auch die Ansicht dieser Gebiete über eine Landkarte, die auf dem Stand des gemeinsamen Datenbestandes aus allen Landesbehörden anzeigt, welche Schutzzonen gerade in der Umgebung liegen.

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3 Antworten to “Wenn man wüsste wo man verstecken darf”

  1. -jha- said

    Warum so eine umständliche Abfrage mit x-mal „Nein: Der Cache kann dort eventuell versteckt werden, sofern keine anderen Regeln verletzt werden.“?

    Wäre es nicht einfacher zu schreiben:

    Nicht versteckt werden sollte in:
    Naturschutzgebiet, Flora-Fauna-Habitat, Vogelschutzgebiet, Landschaftsschutzgebiet, Nationalpark oder Biotop.

    Anyway, die pauschalen Probleme mit Landschaftschutzgebieten und Nationalparks möchte ich mal in Zweifel ziehen.
    Denn in vielen Bundesländern sind ganze Landstriche zu Landschaftschutzgebieten oder Nationalparks deklariert worden, bei denen ich keine Probleme sehe, zumindest auf Autoparkplätzen Drive-In-Micros zu legen. (Wer’s denn mag).

    Wenn wir so pauschale Aussagen gelten lassen möchten, dann könnte man sonst auch noch Kindergärten, Schulen, Flughäfen, Spülfelder, Bergsenkungsgebiete und vieles anderes mit aufführen, bei dem man nicht pauschal sagen kann: Caches sind hier problemlos zu installieren.

  2. […] https://weser8geocaching.wordpress.com/2009/02/28/wenn-man-wusste-wo-man-verstecken-darf/ […]

  3. Neheimer said

    Rund um Arnsberg im Sauerland sind alle Wälder und Flussauen Naturschutzgebiete. Zum Teil auch FFH Gebiete. Wenn ich diese Gebiete komplett meiden wollte, gäbe es hier keine Caches. Solange die Wege nicht weit verlassen werden sehe ich da kein Problem zumal dort asphaltierte Radwege und Straßen durchlaufen.

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