Weser8geocaching’s Blog

Geocaching – nicht nur im Weserbergland

Wie man in den Wald hineinrief …

Posted by wese8geocaching - 1. Mai 2009

… so kam ein leises Echo heraus. In der vergangenen Woche gab es das Event mit der erwähnte Dosenjagd im Forst vom sheepteam in Zusammenarbeit mit der örtlichen Walderlebniszentrum Ehrhorn haben die beiden vom GC-FRESH.de erneut den lohnenswerten Versuch unternommen, Vertreter der grünen Zunft mit Geocachern an eine sehr lange Tafel zu bringen.

Bedauerlicherweise konnten sich nur wenige Nicht-Geocacher zu dem Treffen aufmachen. So blieb ein umso interessanteres Treffen, dass viele neue Kontakte und Informationen brachte.

Der Ort für das Treffen erwies sich als gut ausgewählt, denn dieses Expo 2000-Projekt zeigte nicht nur, wie sich Ameisen verhalten und informierte über Einzelheiten von Wälder, sondern auch wie man Natur als Lebensraum und Naherholungsbereich nutzen kann. Das Gelände war sehr schön.

In der Nähe gab es die ehemaligen Endo-Kliniken bei Ehrhorn, mittlerweile ein großflächiger Lost Place mit eindeutigen Hinweisen, sich vom Gelände fernzuhalten. Zuletzt war ein Seniorenheim für Intensivpflegefälle untergebracht.

Außerdem gibt es in dem Waldgebiet noch einen Naturerlebnispfad sowie ein Waldheim für Aufenthalte von Gruppen, wie Schulklassen. Wobei die Beliebtheit bei den älteren Schülern sicher eher höher ist, Klassenfahrten in größere Städte zu unternehmen.

Da mögliche Konfliktfelder verschiedener Waldnutzer parallel an verschiedenen Orten mit ähnlichen Mustern ablaufen, war das Event eine nützliche Gelegenheit etwas über den Umgang vor Ort zu erfahren. Es fängt schon einmal damit an, dass die Situation, wem ein entsprechendes Waldstück gehört und wer die Rechte des Eigentümers vertreten darf. Weiter geht es über das strukturelle Moment, denn in jedem Bundesland, zum Teil sogar jeder Stadt beziehungsweise jedem Dorf kann sich ein Waldstück in öffentlichem Besitz oder im privaten Besitz befinden.

Hinzu kommt neben der Problematik der Frage, wem ein Gelände gehört, auf dem möglicherweise ein Cache liegt, auch noch die Frage der Erlaubnis.

Grundsätzlich gibt es in vielen Fällen (nicht jedoch in allen Fällen) ein allgemeines Betretungsrecht. Ohne dieses wäre auch ein Spazierengehen auf den ausgewiesenen Wegen im Wald schon strafbar.
Dazu kommt in einigen Fällen dann auch noch der Naturschutz, durch den bestimmte Gebiete zeitweilig oder ganzjährig für Betretung oder verschiedene andere Tätigkeiten gesperrt werden. Diese Abstufungen, was wo und wie möglich ist, verwirren zum Teil sehr.

Ein weiterer Aspekt ist die Informationslage: Von Seiten der zuständigen Behörden und Institutionen gibt es nicht etwa wie bei Kartenwerken einheitliche Standards und ein Portal zum Abrufen von Erlaubtem und Verbotenem, sondern stattdessen nur eine einigermaßen schwierig zu überblickende Vielzahl von Insellösungen.
Dass diese Insellösungen auf Dauer eher unpraktikabel sind, zeigt sich zum Beispiel beim ehemaligen Pfandsystem für die Einweg- und Mehrwegflaschen und -gebinde (zum Beispiel Wasserkästen). Während Mehrweggebinde seit langer Zeit anstandslos vom Handel zurückgenommen wurden, praktizierten einige Händler bis zum Ende von legalen Übergangsfristen das Jakobsprinzip: Solange wir die leeren Behälter der Konkurrenz nicht annehmen müssen, tun wir es auch nicht. Nun ist am Beispiel des Pfandsystems auch darstellbar, dass die Rücknahme und Verrechnung von Pfanden nicht ganz einfach ist. Ohne eine gewisse Koordination funktioniert dies nicht.

Analog ist es auch im Bereich der einheitlichen Informationen, ein solches Portal mit der Pflege, Software, Schulung der Mitarbeiter und technischem Equipment verursacht Kosten. Solange zum Beispiel die Landesbehörden für eine solche Information keinen Bedarf sehen oder haben, bleibt die Information weiterhin ein wenig aufwändig. Im Zweifel heißt es dann vor Ort anzukommen und die Hinweise des jeweiligen Gebietes zu erfahren. In einigen Fällen kann auch das Suchen nach dem Namen der jeweiligen Schutzgebiete im Internet eventuell ein wenig Klarheit verschaffen.

Von Seiten der Förster und Waldpächter erscheint es möglicherweise ebenso wie auf Seiten der anderen Interessengruppen kurios, dass Geocacher nicht in klassischen Strukturen organisiert sind. Dies macht es nicht eben einfacher, Ansprechpartner für Probleme oder kleinere Schwierigkeiten im Umgang mit einzelnen Vertretern der jeweiligen Interessen zu klären. Außerdem fehlt damit die direkte Möglichkeit, eine Organisation zur Rechenschaft zu ziehen. Stattdessen muss jeder und jede mögliche Störer persönlich ermittelt werden, was den Aufwand erhöht.

Die einfachste Möglichkeit ist der Dialog mit den entsprechenden Stellen und nicht zuletzt sind ‚die Anderen‘ ja auch nur Menschen. Menschen, die gerne ernst genommen und schlussendlich in Entscheidungen eingebunden werden wollen.

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2 Antworten to “Wie man in den Wald hineinrief …”

  1. -jha- said

    Also wie befürchtet? 20 Geocacher treffen sich mit einem Förster, zwei Jägern und einem Waldbauern.
    Letztere sind nach 2 Stunden völlig entnervt, weil sie beständig von mindestens 3 Leuten belagert und zugetextet werden….

  2. wese8geocaching said

    Moin, also von Befürchtungen kann nun mal keine Rede sein. Es war einfach ein unheimlich lohnenswertes Event. Dass nun leider wenige Gesprächspartner als Nicht-Geocacher zur Verfügung standen, tat dem Ganzen in meinen Augen keinen Abbruch. Im Gegenteil, die vorhandenen Gesprächspartner erwiesen sich als sehr kompetent.
    Manchmal sind Veranstaltungen, auf denen nicht Hundertschaften auftauchen auch ganz förderlich, um in konzentrierterem Rahmen die offenen Fragen zu besprechen. Big is not always beautiful.

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